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Nobelpreis für Literatur 2009

Posted by: msunada | October 16, 2009 Comments Off |

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Herta Müller ist eine deutsche Schriftstellerin, die am 17. August 1953 in Nitzkydorf, Rumänien geboren wurde.
Am 25 Juli 2008 entbrannte eine innenpolitische Diskussion um die Teilnahme des Historikers Sorin Antohi und des Germanisten Andrei Corbea-Hoişie an einer Tagung des „Berliner Rumänischen Kulturinstituts“, da beide Informanten der Securitate im kommunistischen Rumänien waren. Herta Müller kritisierte deren Einladung in einem offenen Brief. In einem Artikel in der Wochenzeitung “Die Zeit” vom 23. Juli 2009 mit dem Titel „Die Securitate ist noch im Dienst“ beschreibt Herta Müller, welchen unwuerdigen Maßnahmen sie dem rumänischen Geheimdienst ausgesetzt war und heute noch immer ist. Die Akten der Securitate über die Aktionsgruppe Banat offenbaren aus Müllers Sicht, dass sie und damit ihre Kritik an der Diktatur Ceaușescu durch Diskreditierungsmaßnahmen unglaubwürdig gemacht werden sollte. Müller nimmt an, dass von der Securitate entworfene Briefe an deutsche Rundfunkanstalten geschickt wurden, in denen sie beschuldigt wurde, als Agentin des rumänischen Geheimdienst zu arbeiten. Konkrete Beweise für die Annahmen konnte Müller nicht vorlegen. Die über Müller angelegte Akte der Securitate wurde nach Angaben des CNSAS offenbar vernichtet.
2009 wurde ihr Roman Atemschaukel, der durch ein Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung ermöglicht wurde, für den Deutschen Buchpreis nominiert und gelangte ins Finale der besten sechs Romane. In diesem Buch zeichnet die Autorin den Weg eines jungen Mannes in ein Deportationslager nach Russland nach, das exemplarisch für das Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen nach dem Zweiten Weltkrieg steht. Als Modell diente ihr dabei das Erleben des 2006 verstorbenen Lyrikers und Georg-Büchner-Preisträgers Oskar Pastior, dessen mündliche Erinnerungen Herta Müller in mehreren mitschriften festgehalten hat.
Am 8. Oktober 2009 wurde bekanntgegeben dass Herta Müller den Nobelpreis für Literatur 2009 erhalten wird.
Trotz jeglicher intervention hat sich Herta Müller nicht vom Schreiben abbringen lassen, sie hat sich auch nicht durch den Druck des rumänischen Geheimdienst einschüchtern lassen. Sie hat vielmehr ihre traumatischen Erfahrungen in all ihren Büchern literarisch brisant verarbeitet. Auf diese Weise hat Herta Müller allen Opfern von Diktatur, Unterdrückung und Missachtung der menschlichen Würde ein literarisches Mahnmal errichtet. Der ihr zugesprochene Literaturnobelpreis ist somit auch eine Würdigung der unzähligen, sprachlosen Opfer.

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