header image

Salem – Olau, Helau oder Alaaf!! Karneval in Deutschland- eine närrische Zeit

Posted by: ieberz | February 9, 2013 Comments Off |

Karneval ist ein deutscher Brauch, der in vielen Teilen der Welt gefeiert wird. Jeder kennt den Straßenkarneval in Rio und auch Mardi Gras in New Orleans ist berühmt, jedoch würde ich fast behaupten, dass der Karneval in Deutschland der verrückteste ist, auch wenn er nicht deutschlandweit gefeiert wird und es durchaus Deutsche gibt, die mit der sogenannten 5. Jahreszeit, nichts anfangen können.

Die Hochburg des deutschen Karnevals ist Köln und mit ihr das gesamte Rheinland. Es ist eine ausgelassene und äußerst verrückte Zeit und da ich aus einer Gegend in Deutschland komme, wo Karneval auch ausgiebig gefeiert wird, möchte ich euch diese Zeit ein wenig näher bringen.

Karneval, auch Fasching oder Fasenacht genannt, hat seinen Ursprung schon im frühen 13. Jahrhundert. Es war vor allem ein Fest, um den Frühling zu begrüßen und die alten Geister aus dem Winter zu vertreiben. Aus diesem Grund zog man sich Masken und Kostüme an und spielte laute, fröhliche Musik. Die heutige Form, die vor allem im Rheinland zelebriert wird, besteht seit 1823. Der Krieg mit Frankreich war beendet und Köln von der französischen Besatzung befreit. Dementsprechend ist die heutige Kleidung bei vielen Teilnehmern des Karnevals, diese werden übrigens Jecken genannt. Die Kostüme sind militärisch, wie in einer Parade angelegt.

Auf dem Bild sind der Prinz und die Prinzessin zu sehen. Im Hintergrund steht ihr Hofstaat, bestehend aus Offizieren und den Funkemariechen.

Karneval beginnt am 11.11. um 11.11Uhr, gefeiert wird allerdings hauptsächlich im Frühling. Trotzdem sollte nicht der falsche Eindruck entstehen, dass es an Karneval warm ist. Ziemlich oft sogar ist es noch sehr kalt und manchmal liegt sogar noch Schnee. Deswegen sind viele Kostüme äußerst warm.

An Schwerdonnerstag oder auch Weiberfastnacht wird die Woche voller Straßenkarneval eröffnet. In den Tagen von Donnerstag bis Dienstag findet man auf den Straßen (vor allem in Köln) viele verkleidete und kostümierte Menschen, die feiern und von einer Kneipe zur nächsten ziehen und das bei jeder Tags- und Nachtzeit (24Stunden am Tag). Die Menschen sind gut gelaunt und trinken viel. An Weiberfastnacht wird um 11.11 Uhr in vielen Städten das Rathaus von der Karnevalsgesellschaft gestürmt. Die Narren (ein weiterer Name für die Jecken) überwältigen den Bürgermeister und seine Angestellten. Der Bürgermeister übergibt offiziell seine Schlüssel an die Jecken und die Städte stehen von Donnerstag bis einschließlich Dienstag der nächsten Woche, Kopf. Darüber hinaus werden an Weiberfastnacht allen Männern von den Frauen die Krawatten abgeschnitten.

Freitag, Samstag und Sonntag sind etwas ruhiger, doch in zahlreichen kleineren Städten und Gemeinden sowie Vororten werden Karnevalssitzungen und Umzüge veranstaltet. Karnevalssitzungen sind Tanz- und Verkleidungsveranstaltungen auf denen Karnevalsmusik und Schlager gespielt werden. Des Weiteren treten bei diesen Veranstaltungen Büttenredner auf, die Reden halten und Gott und die Welt parodieren. Es sind also lustige Veranstaltungen. Hier ist ein Beispiel einer Büttenrede aus 1984, aber Achtung, der Büttenredner spricht in Kölsch. Das ist nicht immer einfach zu verstehen.

Karnevalsumzüge bestehen aus Themenwagen, Fußgruppen, Musikkapellen, Garden und dem Wagen des Prinzen und der Prinzessin mit ihrem Hofstaat. Jede Stadt oder Gemeinde hat ihr eigenes Prinzenpaar. Die Themenwagen sind dekorierte LKW-Anhänger, die ein aktuelles Thema (z.B. aus der Politik) entsprechend, meist humorvoll, gestaltet haben. Themenwagen werden von Vereinen und Gruppen in mühevoller Kleinarbeit erstellt. Oft dauert die Herstellung der Dekoration fast das ganze Jahr. Fußgruppen werden aus kleinen Vereinen und Gruppen gebildet. Sie tragen alle die gleichen Kostüme. Garden sind Männergruppen, die zu Karnevalsvereinen gehören. Sie tragen die Uniformen, die das französische Militär verspotten sollen. Alle Teilnehmer des Zuges werfen Kamelle. Das sind kleine Süßigkeiten, die dann vor allem die Kinder aufsammeln. Während die Menschen Kamelle werfen, rufen sie in Köln z.B. „Kölle Alaaf“, in Mainz: „Mainz Helau“ und in Koblenz: „Kowelenz Olau“. Das ist eine Art Gruß im Karneval und man kommt nicht drum herum ihn zu rufen. Doch passt auf, wo ihr was ruft. Es kann böse enden, wenn man in Köln „Helau“ ruft, denn die Kölner sind lokalpatriotisch.


Auf dem Bild sind zwei Jecken beim Kamelle werfen zu sehen.

Rosenmontag ist der wichtigste Tag des Karnevals. In Köln feiern mehr als eine Million Menschen. Die Rosenmontagszüge sind die bekanntesten und größten. Sie laufen so ab, wie oben beschrieben. Kilometerlang wandern und fahren die Gruppen stundenlang durch die Innenstädte. Köln startet seinen Zug um 11.11Uhr, weil er der größte und berühmteste Zug ist. Mainz startet um 12.11Uhr und Düsseldorf sowie einige andere Städte starten um 13.11Uhr.
Hier ist ein kleiner Ausschnitt aus dem Karnevalsumzug in Köln 2008.

Am Veilchendienstag findet dann in vielen Gemeinden der Kinderkarneval statt. Da gibt es kleinere und kürzere Züge und ein Kinderprinzenpaar, weil für Kinder der Rosenmontagszug mitunter sehr langwierig sein kann.

An Aschermittwoch sind die Feier und das Schunkeln, dann wieder vorbei und die Fastenzeit beginnt. Symbolisch dafür, wird in vielen Städten eine Strohpuppe verbrannt. Symbolisch büßt diese Puppe für alle begangenen Sünden an Karneval.

Um euch in Karnevalsstimmung zu bringen, empfehle ich euch mal in die vier Lieder hier reinzuhören:

And the english translation:

Carnival is a German tradition which is celebrated in many parts of the world. Everyone knows the street carnival in Rio and Mardi Gras in New Orleans. But I would almost say that the carnival is the craziest in Germany, even if it is not celebrated all over Germany. And as much as some Germans love it, not every German can share this enthusiasm for the “5th so-called Season”.

The stronghold of the German carnival is Cologne and with it the entire Rhineland. It is an exuberant and very crazy time and since I come from an area in Germany, where Carnival is also widely celebrated, I want to bring you a little closer to this time.

Carnival, also known as Fasching or Fasenacht, has its origins in the early 13th Century. It was above all a festival to welcome the spring and banish the ghosts of the winter. For this reason, it drew on masks and costumes and played loud, upbeat music. The present form, which is celebrated mainly in Rhineland, exists since 1823. The war with France was over and Cologne freed from French occupation. Correspondent to this time is today’s clothing for many participants of the carnival. The participants of Carnival are called Jecken. The costumes are military, as applied in a parade.

Carnival starts on the 11th of November at 11.11am. The main celebration is however, mainly in the spring. Nevertheless, you should not get the wrong impression that it is warm at this time of the year. Quite often, it is still very cold and sometimes is even snow. So many costumes are extremely warm.

Schwerdonnerstag or Weiberfastnacht opens the week of street carnival. In the days from Thursday to Tuesday are a lot of disguised people on the streets who celebrate together. People are smiling and drinking a lot. The carnival company storms in many cities at Weiberfastnacht at 11.11am the town hall. The Narren(another name for Jeck) overwhelm the mayor and his staff. The mayor hands officially over his keys to the Jecken and the cities are upside down from Thursday to Tuesday of next week. In addition to this tradition, the women cut all men’s ties on this day.

Friday, Saturday and Sunday are a bit quieter, but in many smaller towns, cities and suburbs are carnival meetings and processions organized. On Carnival dance meetings is Carnivalmusic played and the people deliver carnival jester’s speeches in which they parody everything under the sun. See above to watch an example from 1984, be aware, the Büttenredner speaks in Kölsch. That’s not always easy to understand.

Carnival parades consist of cars with certain topics, groups on foot, marching bands, guards and the car of the Prince and Princess with their retinue. Each city or town has its own prince and princess. The theme cars are decorated truck trailer which represent, usually humorous, a current issue (e.g. out of politics). Topics are created by clubs and groups in their painstaking efforts. Often takes the production of decorating almost the whole year. Groups on foot are formed from small clubs. They all wear the same costumes. Garden groups are men who belong to carnival clubs. They wear the uniforms that will mock the French military. All participants of the procession throw “Kamelle”. These are small sweets that are picked especially by children. While people throw “Kamelle”, they call in Cologne “Kölle Alaaf”, in Mainz:”Mainz Helau” and in Koblenz: “Kowelenz Olau”. This is a kind of greeting in the carnival and you will not get around calling it. But be aware, where you call it. It can end badly when you say “Helau” in Cologne because the Colognes are local patriotic.

Rosenmontag is the main day of the carnival. In Cologne celebrate more than a million people. The Rose Monday processions are the largest and most famous . They run as described above. They are miles long and the groups walk for hours through the city center. The procession in Cologne starts at 11.11am because it is the biggest and most famous train. Mainz starts at 12.11pm and Düsseldorf as well as some other cities start at 1.11pm.
See the little video above to get an impression of a Karnevalsumzug in Cologne!

On Veilchendienstag, there is in many communities the children’s carnival. There are smaller and shorter trains because the Carnival can be sometimes a tedious task for children.

On Ash Wednesday, the celebration and the swaying end and a straw man is burnt in many cities. Symbolically, this doll suffers for all sins committed during Carnival.

under: Uncategorized

Comments are closed.

Categories